Tag 21 - Das kleine Monster
Die schlechte Laune hält sich heute in Grenzen. Ja man könnte es fast neutral nennen *LOL*
Ich möchte heute über das Monster schreiben. Ich glaube, die Idee stammt von Allen Carr, dessen Buch Endlich Nichtraucher ich vor 2 Jahren - ohne nennenswerten Erfolg - gelesen habe.
Dieses Nikotin-Monster ist mir in Erinnerung geblieben. Denn ich kenne es nur zu gut.
Bei meinem letzten ernsthaften Nichtraucher-Versuch (24. Dez 2008 bis Mitte Februar 2009) war es mein täglicher Begleiter. Egal wie abgelenkt oder beschäftigt ich auch war. Urplötzlich war der verlockende Gedanke da: "Komm, da vorne ist die Tankstelle. Bieg hier ab und Ruhe ist. Mensch komm, was soll die Quälerei? Hol dir welche und es geht dir wieder gut. Musst ja nicht gleich wieder anfangen. Aber eine - mein Gott was ist schon dabei. Überleg doch mal. Kannst du dir wirklich vorstellen, jetzt nie nie wieder zu rauchen? Die nächsten 40 oder 50 Jahre nicht? -- Siehst du, kannst du nicht. Also komm schon, fahr hin und hol dir welche"
So ging das die ganze Zeit.
Hab ich mich mal mit meiner Frau nicht verstanden ging es prompt ungefähr so weiter: "Siehst du, hab ich dir doch gleich gesagt. Für wen quälst Du dich eigentlich hier. Du bist ein echter Dummkopf. Ein Trottel. Schlappschwanz. Quälst dich hier ab, nur für sie. Nur um IHR einen Gefallen zu tun. Und nun? Hat es was gebracht? -- Nein. Nichts hat sich verändert. Alles wie gehabt, außer dass du dich quälen musst. Also los du Schlaffi, geh hin und hol dir endlich welche."
Irgendwie wusste ich schon von Anfang an, dass es nicht klappen würde. Ich hab nicht sofort aufgegeben, aber es war mehr oder weniger klar. Lange halte ich das nicht durch, vielleicht noch eine Woche oder einen Monat, aber eben nicht ewig. Nur noch eine gute Begründung, einen Anlass für die "Außenwelt" finden, damit es nicht zu peinlich ist.
Das war mein letzter Versuch Anfang 2009. Diesmal ist es komplett anders. Aber das schreib ich das nächste Mal


Kommentare
Iris | 23:48 Uhr - 21.09.10Hallo S4P,
es ist echt spannend Deine Berichte zu lesen.
Jeder " Exraucher", hat diese Gedanken. Die Hauptsache ist aber, dass man erkennt...das Monster versucht uns diese Gedanken einzutrichtern. Es versucht uns in Versuchung zu führen.Ich habe auch nach plausibelen Gründen gesucht, wieder mit den Krankmachenden, Stinkenden Dingen anzufangen. Glaube mir, ich hatte einige Gründe. Aaaaber, selbst der besten Entschuldigung, für ein Wiedereinstieg, konnte ich trotzen. Glaube mir, es wird mit jedem Monat leichter. Die Gedanken ans Rauchen werden seltener und plötzlich denkt man eines schönen Tages:" Mensch, ich habe heute noch gar nicht ans Rauchen gedacht".
Ich habe 28 Jahre geraucht und kann Dir wirklich Mut machen. Halte durch.
Lass Dich von Deiner Frau nicht ärgern, sie meint es sicher nicht böse. Ich musste mir auch immer ein paar Sprüche gefallen ´lassen, die mein Mann mir an den Kopf warf. Heute ist er richtig stolz auf mich.
Halte also durch und lass den Kopf nicht hängen.
LG
Iris
S4P | 08:50 Uhr - 22.09.10Danke für das Lob und die freundliche Aufnahme hier.
Es tut gut mal zu hören, dass es mit der Zeit leichter wird.
Letztens habe ich häufiger sowas gehört wie: Ich habe vor 15 Jahren aufgehört, aber manchmal denke ich immer noch: Was gäbe ich jetzt für eine Zigarette
Oder: Ich hatte 7 Jahre nicht geraucht und dann auf einmal war ich in Gesellschaft und so mir nix dir nix hatte ich wieder eine angesteckt. So ein Mist, weiss gar nicht wie das passieren konnte
Nicht gerade ermutigend sowas. Da finde ich deine Aussage beruhigend...
Sassihbc | 09:55 Uhr - 22.09.10Hallo S4P, hallo Iris...;-)
Was mir an eurem Dialog gefällt ist der leicht zu erkennende Optimismuis von S4P...;-)Schön zu sehen, dass es wohl doch für länger anhalten soll Dein Vorhaben...;-)
Ein Nichtraucher wird niemals an das Rauchen denken und das auch nicht nach 7-20 Jahren, ein Ex Raucher wird immer Situationen seines Lebens mit dem Rauchen positiv assoziieren und somit ist die Gefahr des wieder Anfangens natürlich Dein Leben lang gegeben. Es liegt aber an uns selbst wie wir alle damit umgehen. Ich z.B. sehe das Rauchen mittlerweile immer mehr als eine Belastung an. Ich sitze hier in einem der traumhaftesten Hotels auf Rhodos, habe eine große Terasse und das Meer vor Augen, der Pool zur Abkühlung ist ebenfalls direkt vor mir. Was nur jeden Tag meinen wunderbaren Urlaub trübt, sind Nachbarn, die Zigarrillos am laufenden Band rauchen und meine Sicht und meine frische Luft regelrecht verpesten!!!!! Unglaublich dieser Egoismus aber leider wahr und irgendwie tun sie mir sogar leid, denn sie haben niemals eine wunderbare Luft die sie geniessen können, sind fade vn der Haut her und riechen einfach fürchterlich.... Vielleicht sollte ich denen das mal nett sagen aber sie wollen es ja, so wie sie es tun und um so mehr bin ich jeden Tag stolz darauf nicht mehr rauchen zu müssen.
In diesem Sinne, netten, rauchfreien und gut duftenden Tag euch!!!!
Sassi
Iris | 21:49 Uhr - 23.09.10Hallo,
es wird leider immer so bleiben. Der Gedanke ans Rauchen wird uns ein Leben lang verfolgen. Das ist halt so. Wir bleiben immer nichtrauchende Raucher. So ist es und man muss es akzeptieren.
Aber glaube mir, die Situationen, bei denen man ans Rauchen denkt, werden in der Tat immer seltener.
Bleib sauber!!!!
LG
Iris
Johannes | 10:01 Uhr - 24.09.10hi S4P!
willkommen im klub :-)!
wie schon Irisi finde auch ich Deine geschichte sehr spannend, zudem auch irgendwie erheiternd. wenn im grunde dramatisches witzig beschrieben ist, so nimmts ein wenig von der schwere...
das monster, jaja, es bleibt auf ewig ein teil von uns. macht nichts, besser, als sich den dreck reinzuziehen.
mich würde interessieren, ob irgendjemand schon strategien entwickelt hat dem monster zu entkommen? ich verlasse das geschehen, egal wo ich bin, wenn mich das monster verführen will. ich denke eine änderung der umgebung hilft mir!
bleib sauber!
Johannes
S4P | 07:28 Uhr - 28.09.10Was mir hilft ist, 1 Liter Wasser mehr oder weniger auf Ex zu trinken. Damit wird das Monster fortgespült. Das vertreibt Hunger und Gelüste.