tag 23 - geduldige suchtheilung! aber wie???
in letzter zeit schaue ich mir auf youtube recht viele anti-raucher-werbespots an. das soll, so hoffe ich, meinen entschluss zum nikotinstop bestätigen, bestärken und unterstützen.
natürlich sehe ich mir auch solche spots an, die besonders drastisch die folgen des rauchens zeigen. lungen voller teer am seziertisch, schwer krebskranke, die eindringlich vorm rauchen warnen. nichts ist logischer, als nach anblick dieser spots nie wieder zu rauchen oder auch nur ans rauchen zu denken.
doch hat mich als raucher jemals irgendeine logik bezüglich meines zigarettenkonsums interessiert? leider nein! ohne weiteres hätte ich mir früher die schrecklichsten anti-rauch-spots ansehen und nebenbei eine zigarette rauchen können. ja wahrscheinlich hätte ich sogar das dringende bedürfnis gehabt gerade nach solchen spots eine zigarette zu rauchen.
eingefleischte nichtraucher unter freunden und familie hätten mich deswegen wahrscheinlich als dumm bezeichnet. doch das stimmt nicht. mein verhalten wäre weder dumm noch klug, sondern krank. suchtkrank, um genau zu sein.
der erste schritt mich meiner zigarettensucht zu stellen war der, dass ich den zigarettenkonsum zur gänze eingestellt habe. 3 wochen ist das her, immerhin!
nun weiß ich aus leidvoller erfahrung, dass mich meine zigarettensucht ein leben lang begleitet. die gefahr eines rückfalles bleibt immer bestehen.
zur zigarettenentwöhnung habe ich manch eingelernte alltagsrituale geändert, gehe manchen situationen aus dem weg. hunger versuche ich als hunger zu erkennen, durst als durst und wenn ich mich belohnen will, dann habe ich dafür andere wege gefunden. ich gehe mehr zu fuß, erfreue mich mehr als früher an frischer luft und entdecke mit freude und lust sehr vieles, was ich mir in meinem raucherleben entgehen lassen habe.
doch eine zigarettenentwöhnung ist für mich nicht das gleiche, wie eine SUCHTheilung. mein körper kann sich vom gift sehr langsam aber sicher erholen. ich kann meine strategien zur zigarettenentwöhnung weiter ausbauen. doch was kann ich gegen meine SUCHT machen?
solange ich mich nur um symptome meiner sucht kümmere, solange bleibt die schlummernde zeitbombe sucht in mir unverändert. wie kann ich, wenn auch nur seeeehr langsam, meine sucht kleiner werden lassen? bei kindern gibt es doch auch erziehungsratschläge zur suchtprävention. meine sucht ist doch sicher nicht beim zigarettenautomaten entstanden. was kann ich in meinem leben tun bzw. an meinem verhalten ändern, damit ich meiner sucht entgegensteuere?
wenn einstmals der sogenannte innere schweinehund wieder zuschlägt und eine zigarette will, dann kann ich den mit vernunft oder disziplin nicht bekämpfen. mein SUCHTteufel sch…. auf disziplin und vernunft und das mit solch ungeheurer kraft, dass ich nur staune. es ist die kraft der SUCHT.
ich kann mir vorstellen, dass das grundmuster der sucht bei sogenannten drogenabhängigen, alkoholikern, spielern und eben rauchern sehr ähnlich ist.
wie kann ich also positiv auf meine seele einwirken um einen geduldigen suchtheilungsprozess unterstützen? habt ihr vorschläge oder erfahrungen? hilft wirklich nur eine psychotherapie?

