tag 189 - themen und leben
hallo ihr alle!
als ich heut durch die frische morgenluft auf meinem rad in mein büro gefahren bin, da hab ich wieder "daran" gedacht, ans nichtrauchen wohlgemerkt. frei(er) durchzuatmen ist für mich immer noch so etwas besonderes, es wird immer mehr etwas besonderes. das wichtigste für jeden menschen unmittelbar nach der geburt ist zu atmen, bei verweigerung gibts sogar einen klapps auf den po. und so ein mensch das zeitliche segnet ist das enden des atmens ein untrügliches zeichen für den endgültigen abgang. atmen, es scheint, als wäre es so selbstverständlich. für mich ist es das nicht, ich entdecke es ganz neu für mich.
kurz vor dem büro eine kleine steigung bei der straße, ich bin mit tiefen atemzügen hinaufgestrampelt und dann war ich fast zornig auf mich: warum verdammt ist dieses nichtraucherei so ein riesengroßes thema für mich? warum denke ich nicht über "wichtigeres" nach?
rauchen hieß bei mir kettenrauchen, hieß bei mir zunehmend spürbare selbstzerstörung, kontrollverlust und sucht, bereitschaft gesundheit und leben zu opfern. ergo heißt nichtrauchen nunmehr für mich LEBEN! nichtrauchen ist die basis, auf der alles andere aufbauen kann. ohne nichtrauchen ist alles andere nur schmückwerk zum eigenen verderben.
anfangs, als ich hier aufgetaucht bin, habe ich mich als "freiatmer" sehen wollen, wegen der macht der worte und so. doch die chance freiatmer zu sein, die habe ich schon vor mehr als 25 jahren vertan. ich bin raucher, nach wie vor, "trockener" raucher wie ich es gerne nenne, exraucher im besten falle. dieser gedanke stört mich auch nicht mehr weiter, denn die sucht lebt still in mir weiter. sie wird von mir nicht gefüttert, doch ich weiß daß sie da ist. sie zu verleugnen wäre für mich eine große selbstlüge.
tag für tag entdecke ich neue wunderbare dinge, die der rauchstopp mit sich gebracht hat. es wird schon fast langweilig sie alle niederzuschreiben ;-). eines dieser wunderbaren dinge ist, daß ich ans atmen saubere luft denke und das sehr genieße. ein sehr positiver gedanke! für mich viel besser als daran zu denken, was ich NICHT mache.
raucher, ihr seid arm! macht, was ihr wollt aber denkt immer daran: es gibt einen ausweg...!
und Ihr anderen tapferen mitstreiter hier, die ohne dem stinkenden dreck auskommen, euch ruf ich zu: habt einen wunderschönen tag und bleibt sauber!!!
Johannes


Kommentare
Iris | 22:19 Uhr - 24.06.10Hallo Johannes,
wieder mal ein toller Beitrag von Dir.
Manchmal ärgere mich auch darüber "warum in Gottes Namen", denke ich immer noch darüber nach, nicht mehr zu rauchen???? Warum suche ich immer noch nach Ablenkung??
So ist es halt. Ich denke, irgendwann hört das mal auf. Früher oder später werden wir uns nicht mehr daran erinnern können, jemals Zeit damit vergossen zu haben, ans Nichtrauchen zu denken. Dann ist es, so hoffe ich "Normalität" geworden.
Was meinst Du, lieber Johannes???
chze | 16:49 Uhr - 29.08.10"bereitschaft gesundheit und leben zu opfern."
opfern heisst ja eher, das man irgendwas einem höheren Wesen oder einer Sache schenkt. Man könnte natürlich überlegen, was diese Sache ist, zum Beispiel Zugehörigkeit und so. Und man könnte überlegen, ob es das wert ist, ansonsten würde ich es besser verschwenden nennen.
"ergo heißt nichtrauchen nunmehr für mich LEBEN!"
Für mich heisst es lieben :-) Ein Leben bleibt ein Leben, egal ob man es traurig oder glücklich verbringt :-)