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meine entzugserscheinungen: (1) aggression

ich bin wirklich ein zigarettenjunkie. vom grad meiner sucht habe ich mich stets dadurch abgelenkt, daß ich meine droge regelmäßig und in immer höheren dosen konsumiert habe.

wenn ich nun in der zweiten woche auf entzug bin (ich verwende nikotinersatzpräparate, spüre den entzug aber dennoch), staune ich richtiggehend darüber, was mein körper und meine psyche für entszugssymptome zeigen.

eines davon ist eine unglaubliche aggression. mit suchtmittel war ich ein sehr friedfertiger mensch. lautes streiten, schreien oder gar körperliche gewalt war mir (auch als kind und jugendlicher) absolut fremd.

bei meinem letzten zigarettenentzug (er hielt immerhin 16 monate an) hatte ich auch immer wieder phasen von unglaublicher aggression. das ging soweit das ich (IN MEINEM EIGENEN!!!) büro die einrichtung zertrümmert und eine türe eingetreten habe. (ich war alleine und es kam ausschließlich mein eigentum zu schaden!!!) meine agrressionsschübe kamen aus nichtigem anlaß ohne wirklichen grund. die aggression richtete sich immer nur nach außen und immer nur gegen EIGENE sachwerte. mein ganzes leben davor hatte ich NIE auch nur annähernd vergleichbare anfälle!

mein persönliches umfeld habe ich vor meiner streitlust und meiner schlechten laune vorgewarnt. nach abklingen meiner (auch verbalen) aggressionsattacken habe ich versucht abzuwägen: was hat mich jetzt wirklich gestört/genervt? was ist alleine auf meine entzugssymptomatik zurückzuführen?

sucht hat für mich immer auch etwas selbstzerstörerisches, eine gegen mich selbst gerichtete aggression. damit waren auch sämtliche warnungen bezüglich gesundheitsschäden eher wirkungslos, weil diese aussicht auf gesundheitsschäden meiner autoaggression eher förderlich waren.

die selbstreflexion meiner aggression ist nur in maßen hilfreich, meine agression wird auch bei meinem jetzigen (hoffentlich letzten) entzug sicherlich wieder ein thema werden. sie ist es jetzt schon, auch wenn ich bislang noch keine möbel zertrümmert habe.

-> ausdauersport (ein zimmerfahrrad) soll helfen meine symptome zu lindern.
-> vielleicht lege ich mir auch einen sandsack und boxhandschuhe zu.

nun meine fragen:
- habt ihr erfahrungen mit extremer aggression beim zigarettenentzug?
- was steckt wirklich hinter dieser aggression?
- habt ihr erklärungsmodelle oder wie seit Ihr auf die wurzel des übels "übermäßige aggression" und zu einer lösung gekommen?

solange "nur" (meine eigenen!!!) sachwerte zu schaden kommen und dies nicht in existenzbedrohenden ausmaß, habe ich keine lust das in einer therapie abzuklären.

freue mich über hilfreiche tipps und eigene erfahrungsberichte von Euch!

Johannes am 28.12.09 14:24

Kommentare

blackbeauty | 17:01 Uhr - 28.12.09Hui, das klingt wirklich explosiv ;-)
Aber nun klärt sich für mich auch die Frage: Du bist seit 2 Wochen "Freiatmer", richtig?

Mit Agressionen während dem Entzug habe ich glücklicherweise noch keine Erfahrungen gemacht. Ich bin sowieso relativ ausgeglichen und bin das mit dem Entzug locker angegangen. Ich habe mir einfach gedacht, wenn diese Spritzen wirken, dann ist es gut und wenn nicht dann versuche ich es nochmal. Einen zweiten Versuch hätte ich eh noch frei gehabt. Aber scheinbar ist der Wirkstoff recht gut. Ich habe auch schon öfter davon gehört, dass es mit den Entzugserscheinungen nicht so ausgeprägt ist, wenn man sich Neurasan spritzen lässt.
Welches Mittel benutzt du denn, Johannes?

Johannes | 17:20 Uhr - 28.12.09hey BB!

ja, seit 12 tagen bin ich freitatmer :)!

mein weg zum "tag x" war folgender:
- kontakt und begleitung durch das "rauchertelefon".
- nikotinersatz (pflaster, inhalator und sublingualtabletten, einzeln oder kombiniert)

damit komm ich derweilen ganz gut über die runden. ich weiß aber, daß ich dazu noch viel an meinen gewohnheiten ändern will und muß!

ich bin überzeugt, daß mir der erfahrungsaustausch hier sehr hilft!

sauber bleiben!

blackbeauty | 09:43 Uhr - 08.01.10Hallo Johannes,

die ganzen Feiertage haben mich total aus der Bahn geworfen, daher habe ich bisher erst jetzt Zeit gefunden mich nchmal zu melden ;-)
Du hast jetzt bald den ersten Monat voll! Das ist ein tolles Gefühl, ich weiß es noch genau.
Von dem Rauchertelefon hab ich ja noch nie was gehört. Ist das sowas wie unser Forum, nur telefonisch?
Ich finde es auch super seine Erfahrungen im Forum auszutauschen. Vor allem, wenn man mal ein Tief hat, dann ist jeder für den anderen da. Das ist sehr wichtig, dass man sich mal unter Gleichgesinnten aussprechen kann.
Ich finde du machst das genau richtig!