an euch gedacht
Hallo Ihr lieben,
eigentlich wollte ich es Johannes gleich tun und mich bis zu der großen Party etwas aus dem Blog zurückziehen. Bis jetzt ist mir dies auch ganz gut gelungen, aber mal ganz ehrlich - Ihr fehlt mir.
Dazu kommt das ich gerade in der letzten Woche oft an Euch gedacht habe, nämlich immer dann wenn ich gedacht habe, jetzt brauch ich eine für die Nerven. Die letzten Wochen läuft irgendwie alles nicht so richtig nach Plan. Auf Arbeit läufts nicht rund - total die blöden Schichten - Irgendwie sind da zur Zeit alle bissel unzufrieden, aber das ist jetzt nicht so wild das ich hätte rauchen wollen. Letzten Montag hatte dann mein Hund einen schweren epileptischen Anfall, das krampfen hat einfach nicht aufgehört. Da stand ich nun völlig überfordert, mit dem Wissen das mein Hund in einem lebensgefährlichen Zustand ist und ich in einer halben Stunde zur Arbeit muss. Nerven lagen total blank - sofort der Gedanke jetzt rauchst du eine.(mit dem Gedanken kam auch der Gedanke an euch) EIn sehr sehr guter Freund war dann so lieb den Hund für mich in die KLinik zu bringen, wo er dann über Nacht bleiben musste. Das hat mich ganz schön aus der Bahn geworfen (habe schon mal einen Hund einschläfern lassen müssen), mir ging das ganze so nah, das ich am nächsten Tag selbst zum Doc musste, mir ging es körperlich hundeelend, was aber nur vom Streß kam - man hat mir eine Auszeit verordnet.
Kennt ihr das wenn einmal der Wurm drin ist, dann aber richtig und so ging es die letzte Woche recht turbulent zu. Heute hat es nun seinen Höhepunkt erreicht, also viel schlimmer kann es nun nicht mehr kommen. Und ich dachte:Scheiß drauf jetzt steckst du dir eine an. Und wieder musste ich an euch denken: Ich hab euch förmlich gehört:
@Johannes: "Ines die wird dir nicht schmecken und du wirst fürchterlich enttäuscht sein von dir."
@Iris:" Davon geht es dir nicht besser. Du schaffst das auch so."
@blacky:"Das stehst du doch auch so durch. Du bist so weit gekommen, mach dir das jetzt nicht kaputt."
Und so wart Ihr wieder einmal für mich da und das ohne es selbst zu wissen. Eure mahnenden Worte haben ihre Wirkung nicht verfehlt und ich habe nicht geraucht - die Zigarette hätte an der Situation nichts geändert und nichts besser gemacht. Ich hätte mich nur noch schlechter gefühlt. Also hab ich mich der Situation gestellt, einiges erreichen können und nicht geraucht.
Johannes du wolltest gern vorbereitet sein, wenn die nächste Schmachtattacke kommt. Die beste Vorbereitung hast du schon getroffen, als du auf diesen Blog gekommen bist - jedenfalls glaub ich das.
Ich dachte ich bin nicht vorbeitete, aber genau genommen war ich es, weil ich von der Kraft und dem Zuspruch den ihr mit gegeben habt zehren konnte.
Hab ich dafür schon mal Danke gesagt????
Lg Ines


Kommentare
Iris | 22:11 Uhr - 22.03.10Hallo Ines,
ich bin so stolz auf Dich. Das macht Dich stark.
Wir werden, leider, noch lange mit diesen Suchtattacken zu Kämpfen haben. Momentan ist es bei mir auch wieder der Fall. Aber es nicht mehr ganz so schlimm.
Meine Schwiegereltern haben beide Krebs. Bei meiner Schwiegermutter hatten wir schon die Befürchtung, dass es zu Ende geht. Sie hat sich aber noch mal berappelt.
Meine Mutter hat plötzlich Depressionen, will am liebsten sterben. Die Krankheit meines Vaters hat sie so fertig gemacht. Sie ist es nicht gewohnt so viele Termine zu haben und so viel Verantwortung zu tragen. Hinzu kommt das mein Vater sie oft, verbal, demütigt und kränkt. Ausserdem wird sie im nächsten Monat am grauen Star operiert. Da hat sie auch Angst vor.
Ich habe ein schlechtes Gewissen weil ich so wenig Zeit für sie habe, aber mit 2 Kindern und der Ausübung meines Berufes, bleibt nicht viel Zeit übrig. Mutti hat früher keine Kontakte gepflegt und fühlt sich darum so allein. Sie wartet nur noch auf mich. Sie hofft auf Abwechselung die nur ich ihr biete. Ich habe ihr schon gesagt, daß sie raus muss. Sie muss sich Ziele setzen. Auch sie kann noch neue Freunde/innen finden. Mich aber macht es fast krank zu wissen, das ich ihr einziger Lebensinhalt bin. Man hat schon Bauchweh dabei, wenn man sie anrufen will. Ich kann nicht mehr ertragen, dass sie immer eine weinerliche Stimme hat.
Ich bin momentan auch in ärztlicher Behandlung. Mit meiner rechten Niere stimmt irgend etwas nicht. Ich habe ständig Eiweiss im Urin und vor 2 Wochen konnte ich kein Wasser mehr lassen. Nach der Sono stand fest das meine rechte Niere stark vergrößert ist. Ich musste dann eine Rötgenuntersuchung mit Kontrastmittel machen lassen.
Heute wurde ein nuklearer Nierenfunktionstest gemacht. In der nächsten Woche wird noch eine Blasenspiegelung vorgenommen und ich muss noch einmal 24 Std. Urin sammeln, damit die Eiweissausschüttung, innerhalb eines Tages, ausgewertet werden kann.
Aber ich bin immer noch sauber.
Wir schaffen das schon. Bleib weiter so stark.
GLG
Iris
Iris | 00:02 Uhr - 23.03.10Huhu, will nur noch mal kurz hinzufügen, dass meine Schwester Diplom- Sozialpädagogin ist und mein Schwager Pfarrer. Ich hatte immer die Hoffnung das die beiden, bezüglich meiner Mutti, etwas ausrichten können. Leider wohnen sie etwas weiter( 40 Km) entfernt.
Sie haben selbst 2 Töchter, allerdings schon älter.
Aber es ist halt so, dass ich näher am Schuss bin und darum alles mitbekomme. Zu meiner Schwester haben meine Eltern nur alle paar Wochen mal Kontakt. Auch telefonisch ist meine Schwester schwer zu erreichen. Mutti hat immer nur den AB dran. Vor 2 Wochen hat sie sich getraut und hat auf den AB gesprochen, dass sie ins Krankenhaus muss.
Ich habe ja die Augen OP erwähnt.
Das ist nun 2 Wochen her und sie haben sich immer noch nicht gemeldet.
In der Kindheit ist sicher so einiges nicht ganz so toll verlaufen, aber ich kann immer sagen das meine Mutti das Beste für uns wollte.
Meine Schwester sagte einmal, das die Enttäuschung die sie in der Kindheit erfahren hat, vieles erschweren. Aber es sind immer noch unsere Eltern. Sie wollten uns sicher nie was Böses und die Zeiten waren damals anders.
Also ich sehe das alles nicht ganz so dramatisch wie meine Schwester. Warum sie so hart geworden ist kann ich nicht mal sagen. Sie war eigentlich immer der gute Pool, der versändnisvolle Anker in der Familie. Nun hat sie eine ganz andere Sichtweise, die ich aber teilweise auch verstehe.
Mutti hat immer den Weg des geringsten Wiederstandes gewählt und zahlt dafür nun..
Sorry, meine Gedanken spielen monentan etwas verrückt.
Johannes | 04:14 Uhr - 24.03.10hallo Ines, hallo Iris!
also bei Euren geschichten musste ich erst einmal kräftig luft holen, arg was sich da abspielt...:-/
@ Ines: hoffentlch hat sich Deine situation schon etwas gebessert oder zumindest nicht weiter verschlechtert. die sache mit Deinem hund stelle ich mir schlimm vor, hoffentlich hat er zumindest keine schmerzen. ich selbst hatte nie hund oder katze, wahrscheinlich auch vor allem deswegen, weil mir leid oder abschied von einem solchen viecherl das herz zerfetzen würde.
ungut natürlich, wenn alles zusammenkommt, schlechte schichten, etc. docj es wäre nicht ich, wäre ich nicht auch stets unverbesserlicher optimist: eines läuft auch bei Dir sehr rund liebe Ines: Du hast die droge in den griff bekommen und das ist seeeehr viel wert. bei den vielen tagen, über die wir uns alle freuen, dürfen wir uns alle auch immer noch über das bisherige gelingen freuen. es ist und bleibt von jeder/m eine große leistung und ist leben einer sehr positiveneuerung!!!!
und ja richtig, wie ich in Deiner vorstellung schon gesagt habe, zigaretten würden Dir nicht schmecken! sie "schmecken" nämlich NIE! und mit welcher begründung sollte man sicht etwas schlechtes tun, wenns einem eh grad nicht besonders geht?
ziggis können nichts außer eine falsche illusion erzeugen und die ausgangslage verschlimmern.
ich drück Dir und Deinem hund die daumen, das es wieder aufwärts geht.
@ Iris: na Deine geschichte ist ja auch "starker tobak" dochauch kein grund mit tobak wieder anzufangen. für Deine gesundheit drück ich Dir die daumen! es zeigt einmal mehr wie wichtig gesundheit ist. unser rauchstopp ist ein sehr großer beitrag zu unser aller gesundheit.
die sache mit Deinen eltern ist diffizil und füllt wahrscheinlich bände. die zurückhaltung Deiner schwester kann ich verstehen. die verantwortung liegt bei Deiner mutter und soll bei ihr bleiben auch wenn es ihr schwer fällt. unterschwellige verantwortungs-oder gar schuldzuweisungen sind unfair und machen echt krank. ich habe einige jahre therapie gebraucht um aus dieser zwickmühle der emotionalen erpressung meiner mutter auszusteigen. das war überlebensnotwendig!!!
so, die paar zeilen wollt ich schreiben und jetzt schlaf ich gleich wieder weiter. ja Ines, auch für mich ist der blog mein "notprogramm". zu Eurer "beruhigung": auch wenn ich "kaum mehr" was schreibe, ich schau hier fast täglich kurz rein ... ;)
in diesem sinne:
sauber bleiben und recht liebe grüße
Johannes